
Mit der Deportation der badischen Jüdinnen und Juden am 22. Oktober 1940 in das Lager Gurs (Südfrankreich) endete auf schreckliche Weise die fast 300-jährige jüdische Geschichte der Gemeinde Gailingen am Hochrhein. Das Jüdische Museum dokumentiert das Leben der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und ihre spätestens ab September 1935 einsetzende Entrechtung, Verfolgung, Deportation und Ermordung. „Orte jüdischen Lebens in Gailingen (6)“ weiterlesen

Dass Ostern 1928 das erste Naturfreundehaus in Markelfingen eingeweiht werden konnte, ist vor allem der Initiative von Heinrich Weber (1885-1944) zu danken. Dort erinnert seit 1988 eine Gedenkstele an den Singener Sozialdemokraten, der nach dem Hitler-Attentat im Rahmen der „Aktion Gitter“ im August 1944 verhaftet wurde und im KZ Mauthausen den unmenschlichen Haftbedingungen erlag. „Zum Naturfreundehaus Markelfingen im Gedenken an Heinrich Weber (5)“ weiterlesen

Von September 1944 bis April 1945 stand auf der Schwäbischen Alb mitten in Spaichingen ein NS-Konzentrationslager. In diesem Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof mussten hier in den letzten Kriegsmonaten durchschnittlich 300 bis 400 Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit für die Waffenschmiede Mauser aus Oberndorf am Neckar leisten. Für viele von ihnen kam die Befreiung zu spät. „Das KZ Spaichingen (4)“ weiterlesen

Die Schweiz tat sich ungemein schwer mit der Rehabilitierung des St. Galler Polizeikommandanten Paul Grüninger. Der Mann, der Schlagbäume öffnete für Menschen, die nach dem „Anschluss“ Österreichs – von Verfolgung und Deportation in die deutschen Vernichtungslager bedroht – versuchten, illegal in die Schweiz einzureisen, starb verarmt und verfemt. Erst lange nach seinem Tod wurden seine Taten auch in seinem Heimatland anerkannt. Mancherorts, wie in Diepoldsau und Au, wird an ihn erinnert. „Auf den Spuren Paul Grüningers in Diepoldsau (3)“ weiterlesen

In Grafeneck nahm die NS-„Euthanasie-Aktion“ ihren Anfang
In Grafeneck bei Gomadingen im Landkreis Reutlingen wurden im Jahr 1940 10.654 Menschen umgebracht. Von den Tätern waren sie als „lebensunwertes Leben“ charakterisiert, ihre Ermordung im Rahmen des umfassenden NS-Programms zur „Reinigung des Volkskörpers“ als „Gnadentod“ (Euthanasie) bezeichnet worden. Hier begann der heute meist nach der Zentralstelle in der Berliner Tiergartenstraße 4 als „Aktion T4“ bezeichnete Massenmord; ihm fielen hier und in weiteren Vernichtungszentren, die nach dem Muster Grafenecks errichtet wurden, circa 70.000 Psychiatriepatienten und Anstaltsbewohnerinnen – ob krank oder nicht – zum Opfer. „Die Mordanstalt Schloss Grafeneck (2)“ weiterlesen

Im Bodenseeraum existiert eine Vielzahl von Gedenkstätten und Erinnerungsorten, die die Geschichte der Verbrechen der Nationalsozialisten dokumentieren und deren Opfern gewidmet sind. Da man aber „nur sieht, was man weiß“ (Goethe), stelle ich in lockerer Folge einige dieser Orte vor – und beginne in Bregenz am Widerstands- und Deserteursdenkmal. „Widerständiges Bregenz (1)“ weiterlesen