
Seit vielen Jahren arbeitet das Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren intensiv an der Aufarbeitung der dort in der Zeit des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen. Am 2. Juli 2025 – genau 80 Jahre, nachdem US-amerikanische Offiziere das Haus erstmals betraten und die verübten Gräuel realisierten – wurden dort mit acht Stelen in Form von aufgeklappten Büchern und dem Ergebnis eines Jugendprojektes gleich zwei neue Erinnerungsorte eingeweiht. „Neuer Gedenkort am Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren (44)“ weiterlesen

Schätzungsweise 14.000 Menschen mussten zwischen 1941 und 1945 in Friedrichshafen Zwangsarbeit leisten. Das Schicksal von 417 Männern, die als Zwangs- und Fremdarbeiter auf dem ehemaligen Nazi-Raketentestgelände zwischen den Ortsteilen Kluftern und Raderach eingesetzt waren, thematisiert seit Mitte September 2025 rund um die Mülldeponie Weiherberg der neue Gedenkweg „Gegen das Vergessen“. „Gedenkweg zu NS-Zwangsarbeit in Friedrichshafen (43)“ weiterlesen

Durch die Röhren des alten Engelbergtunnels verlief bis 1998 der Verkehr der Autobahn A81 zwischen Stuttgart und Heilbronn. Was aber nur Wenige wissen: Bis zum Zusammenbruch des NS-Regimes schufteten in diesem bombensicheren Tunnel tausende Häftlinge des KZ Leonberg an der Fertigstellung des Düsenjägers Me 262 der Firma Messerschmitt AG – einer von Hitlers „Wunderwaffen“. „Das KZ Leonberg (42)“ weiterlesen
Im September 1944 trafen 382 Männer, manche nicht älter als 16 Jahre, aus dem berüchtigten Athener KZ Chaidari in Hailfingen ein. Sie waren hierher verschleppt worden, um unter widrigsten Umständen den Nachtjägerflugplatz weiter auszubauen und ihn gegen die zunehmenden Angriffe der Alliierten zu schützen. An dem bereits seit 2010 bestehenden beeindruckenden KZ-Gedenkpfad erinnert seit Juli 2022 ein neues Gedenkareal an ihr Schicksal. „Gedenkort für griechische Zwangsarbeiter in Hailfingen-Tailfingen (41)“ weiterlesen

Aus dem im bayerischen Allgäu gelegenen Irsee wurden in den Jahren 1940 und 1941 circa 400 Menschen im Rahmen der „T4-Aktion“ in Mordanstalten verschleppt und dort vergast. Danach ging das systematische Morden vor Ort weiter: Durch Hungerkost, aber auch durch Tabletten und Injektionen starben weitere über 800 Männer, Frauen und Kinder. Das Gedenken an das Geschehen und die Opfer, darunter auch der vierzehnjährige Jenische Ernst Lossa, hat sich im Lauf der Zeit gewandelt, wie die Kontroverse um das heute nicht mehr ausgestellte Triptychon in der früheren Prosektur zeigt. „„Euthanasie“-Verbrechen in der Heilanstalt in Kloster Irsee (40)“ weiterlesen

Am 24. Januar 1945 erreichte ein Zug mit 136 jüdischen Häftlingen aus dem KZ Bergen-Belsen den Konstanzer Bahnhof. Die Männer, Frauen und Kinder waren sogenannte Austauschjuden; sie befanden sich dank eines Abkommens zwischen dem Nazi-Regime und der US-Regierung auf dem Weg nach St. Gallen. Für drei bereits schwerkranke Menschen kam die Rettung zu spät: Sie starben kurz nach dem Grenzübertritt im Kantonsspital Münsterlingen und wurden auf dem jüdischen Friedhof Kreuzlingen begraben. „Über Konstanz / Kreuzlingen gelangten „Austauschjuden“ aus Bergen-Belsen in die Freiheit (39)“ weiterlesen

Ein Projekt des Jüdischen Museums Hohenems erlaubt seit Anfang Juli 2022, sich entlang der Radroute Nr. 1 vom Bodensee bis hinauf zur Silvretta auf einzigartige Weise über Flüchtlingsschicksale in der NS-Zeit zu informieren. Was politische Gegnerinnen und Gegner der Nazis, verfolgte Jüdinnen und Juden, Deserteure, Kriegsgefangene und Zwangs- und Fremdarbeiter aus besetzten Ländern Europas in Vorarlberg bei ihren Fluchtversuchen erlebten, kann man nun an symbolischen Grenzsteinen per QR-Code nachverfolgen. „Das hundert Kilometer lange Freiluft-Denkmal „Über die Grenze“ in Vorarlberg (38)“ weiterlesen

Während am 23. November 1944 auf der anderen Rheinseite alliierte und Truppen des Freien Frankreichs gerade Straßburg befreiten, erschossen NS-Schergen der Straßburger Gestapoleitstelle am Kehler Rheinufer neun französische Widerstandkämpfer. Dieser Mord war der Beginn eines Massakers an insgesamt 70 Mitgliedern der Widerstandsgruppe „Réseau Alliance“, das als „Schwarzwälder Blutwoche“ in die Geschichte einging. „Erinnerungen an die „Schwarzwälder Blutwoche“ in Kehl (37)“ weiterlesen

Mit seinem Attentat auf Adolf Hitler am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller wollte der Königsbronner Schreiner Georg Elser weiteres Völkermorden und „noch größeres Blutvergießen verhindern“. Sein Plan schlug fehl. Elser wurde noch am selben Tag in Konstanz verhaftet und nach über fünfjähriger Isolationshaft am 9. April 1945 im KZ Dachau ermordet. Sein ostwürttembergischer Heimatort ehrt den einfachen Arbeiter, dem es fast gelungen wäre, die Welt zu verändern, auf vielerlei Weise. „Georg-Elser-Gedenkorte in Königsbronn (36)“ weiterlesen

Nur ein halbes Jahr vor seinem Zusammenbruch errichtete das NS-Regime im November 1944 in Echterdingen bei Stuttgart ein Konzentrationslager. 600 jüdische Männer mussten in Steinbrüchen arbeiten und Ausbesserungsarbeiten an Start-und Landebahnen des Flughafens verrichten. Während des nur zweimonatigen Bestehens des KZ starben mindestens 119 der Männer an Hunger, Kälte und Erschöpfung – sie wurden durch Arbeit vernichtet. „Das KZ Echterdingen (35)“ weiterlesen